Sonntag, 20. Oktober 2013

Hallo Heidelberg

Tja, dass jetzt kein Beitrag aus Dubai kam tut mir leid - für detaillierte Berichte über diese wirklich krasse Stadt einfach mich persönlich fragen ;-) Die Zeit war einfach zu knapp, und es gab einige coole Dinge in Dubai zu erleben.
Vielleicht freut es ja den einen oder anderen, zu hören, dass dieser Beitrag wieder aus meiner Wohnung in Handschuhsheim kommt, denn ich bin seit knapp vier Stunden wieder im Lande! Der Weg hierher war beschwerlich und von Verspätungen geprägt, aber wir haben es doch irgendwie geschafft :-) Auch wenn ich gerne länger geblieben wäre, denn das Willkommenswetter ist ja nicht gerade nett: Regen. Super. Ein krasses Kontrastprogramm zu den 35°C bei strahlenden Sonnenschein in Dubai, aber wir hatten ja keine Wahl.
Insgesamt waren diese zwei Monate hier der wohl abenteuerlichste Trip in meinem (noch jungen) Leben, doch ich hoffe, dass noch viel dazu kommt! Ich danke euch allen für die interessanten Kommentare und hoffe, dass ich euch einen kleinen unregelmäßigen Einblick in Shanghai geben konnte. Vielleicht hat ja jetzt auch jemand beschlossen, China zu besuchen. Ich kann nur sagen: Es ist den Besuch wirklich wert!
Mehr Fotos folgen bald, jetzt werde ich aber erstmal auspacken ;-) Fotos von Dubai müssen übrigens leider bei Jonas angefragt werden, ich habe es ausgenutzt, jemanden mit Fotoapparat an meiner Seite zu haben.

Liebe Grüße aus meinem spinnenfreien Zimmer,
Luxemburgerli

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Einmal Taifun, bitte

Meine "Golden Week" wurde noch recht abenteuerlich, als ich kurzfristig beschloss, Hangzhou zu besuchen. Es stand auf meinem Besichtigungsplan ganz oben, und warum nicht dann verreisen wenn man eine Woche Zeit hat? Hangzhou ist eine Großstadt in der Nähe von Shanghai, die man (je nach Zuggeschwindigkeit) innerhalb von 1-3 Stunden erreicht. Marco Polo bezeichnete sie als die "schönste und großartigste Stadt der Welt", und auch wenn ich finde, dass er ein wenig übertreibt, war sie doch wirklich bezaubernd.
Das Highlight von Hangzhou ist der Westsee, ein See der im Westen von Hangzhou (wer hätt's gedacht) und malerisch zwischen Hügeln und Bergen liegt. Am Ufer kann man wunderbar entlangspazieren und sich in eies der unzähligen Teehäuser setzen; man kann Tretboote ausleihen, und abends gibt es Wasserspiele mit beleuchteten Fontänen, während im Hintergrund Tchaikovsky gespielt wird.
Dummerweise hatten neben mir noch ziemlich viele andere Chinesen die gleiche Idee: Als ich zum ersten mal nach Shanghai kam, dachte ich mir "Wow, das sind viele Leute. Im Vergleich dazu ist Heidelberg ja ein Dorf!" Als ich dann jedoch in Hangzhou zerquetscht, angerempelt und beinahe zertrampelt und überfahren wurde, war mir klar, dass ich bis jetzt nur die Spitze des Eisbergs erlebt hatte. Hangzhou in der Golden Week, das waren viele Leute. Sehr viele, viele Leute. Im Vergleich dazu kommt mir ganz Deutschland wie ein einziges Dorf vor.
Trotz allem hatte ich mit meiner Unterkunft Glück, die direkt am Westsee lag. Nachdem ich den ersten Tag diesen gesehen hatte, erkundete ich am zweiten Tag die nähere Umgebung. Hangzhou ist nämlich sehr bekannt für seine bestimmte Sorte Grüntee, die man idealerweise nur mit dem Wasser der Tigerquelle, die am Fuße einer der Berge liegt, brauen sollte. Also einmal ab zur Tigerquelle und da Grüntee trinken. Wenn ihr mich fragt, habe ich den Unterschied kaum geschmeckt, und dafür war er viel zu teuer. Aber man muss es ja mal gemacht haben. Während ich meinen Tee schlürfte, bemerkte ich einen unscheinbaren Pfad, der einladend aussah, also bin ich einfach mal losgelaufen. Unzählige Treppenstufen und einiges an Schweiß später stellte ich fest, dass ich wohl gerade unfreiwillig den Berg bestieg. Zum Runterlaufen war ich irgendwie zu faul (außerdem lief hinter mir ein kleiner Junge, und ich wollte ihm irgendwie nicht die Genugtuung geben, zu sehen, dass es mir zu anstrengend war :D), also lief ich einfach weiter hoch, und es sollte sich lohnen: Auf der Spitze stand eine kleine Pagode, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf Hangzhou, den Westsee und die umliegende Landschaft hatte. Dieser Ausflug hatte sich eindeutig gelohnt!
Nach meiner Bergebestigung besichtigte ich noch ein hoch interessantes Teemuseum (tatsächlich das einzige in ganz China!) und eine relativ langweilige Tempelanlage. Die sehen doch irgendwie auf Dauer alle gleich aus.
Ziemlich schnell war der Tag schon um, und ich fuhr zum Bahnhof um zurück nach Shanghai zu kommen. Dort sah ich auf einer Leinwand die Nachrichten, und es wurde eine Stadt gezeigt, in der ein fürchterliches Unwetter wütete. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass das Shanghai sein soll. Wie sehr ich mich doch irrte: Als ich ankam, fuhren die U-Bahnen zum Glück noch, doch diverse Buslinien fuhren nicht mehr, und der Bevölkerung wurde geraten, das Haus nur für wichtige Angelegenheiten zu verlassen. Denn es regnete. Und regnete. Und regnete. Ununterbrochen, 3 Tage und 2 Nächte. Und ich rede hier nicht von Niesel oder leichten Schauern, ich rede von richtigem schweren Regen. Dazu noch der heftige Wind, und das Unwetter war perfekt: Die Straßen waren größtenteils geflutet, und die Autos quälten sich in Schneckentempo durch das Wasser. Der Bus zur Uni fuhr zum Glück noch, die normalerweise 40minütige Strecke legte er jedoch in ein einhalb Stunden zurück. Mein Regenschirm hat es leider nicht überlebt, und meine Schuhe sind vermutlich erst in 10 Jahren wieder trocken.
Auf jeden Fall bin ich froh, dass es seit gestern Abend wieder trocken ist und dass wir in Deutschland von so etwas normalerweise verschont bleiben ;-) Aber sowas muss man ja auch mal erleben, wenn man zur Monsunzeit in Ostchina ist!
Übrigens hat für mich meine letzte Woche im Praktikum angefangen, und wie ich mir bereits gedacht habe, interessiert es niemanden, was ich getan geschweige denn erreicht habe. Meine Professorin sagte mir gerade, ich solle es als eine Art Übung ansehen, und ich bräuchte meinen Code niemanden zu geben. Besser ist es, denn nichts läuft so richtig. Ich friste hier einfach meine letzten Tage, und am Freitag war's das dann. Eigentlich ist es herrlich unkompliziert, wenn sich niemand so richtig für mich interessiert ;-)
Liebe Grüße von meinem Schreibtisch,
Luxemburgerli

Montag, 30. September 2013

Urlaub und KTV

Es ist die erste Oktoberwoche, und das bedeutet, dass in China gefeiert wird: Denn der erste Oktober ist der chinesische Nationalfeiertag, und im Gegensatz zu Deutschland hat dieser Tag hier eine etwas größere Bedeutung: Alle Chinesen feiern diesen Tag mit ihrer Familie und bekommen dazu eine Woche lang frei - klingt verlockend, ist in der Realität allerdings etwas nervenaufreibend. Ihr wisst doch, wie der Feiertagsverkehr in Deutschland so ist? Und jetzt stellt euch das noch mal mit der chinesischen Einwohnerzahl vor. Der Supermarkt war heute ungefähr dreimal so voll wie sonst, und das scheint nur die Spitze vom Eisberg zu sein: Dummerweise plane ich einen Kurztrip nach Hangzhou ziemlich kurzfristig, und ich habe heute geschätzte 20 Hostels angerufen und nach einem Zimmer für eine einzige Nacht gefragt. Ursprünglich hatte ich zwei Nächte geplant, aber da hatte ich erst recht keine Chance... Und ob ich ein Zugticket bekomme ist auch eher fraglich :D
Die Leute an meiner Universität, die ja sonst eher arbeitswütig sind, haben die Ferienwoche auch angemessen eingeläutet: Unser Institut lud zu einem gemeinsamen Mittagessen ein, um die neuen Studenten willkommen zu heißen. Insgesamt waren ca. 40 Leute da, davon 4-5 neue Studenten. Der Rest waren größtenteils ältere Studenten. Wir wurden auf 4 Tische verteilt, und das Essen war großartig. Wie für Shanghai typisch wurden jede Menge Meerestiere aufgetischt: Fisch, Hummer, Muscheln und diverse andere Sachen, die einfach viel zu gut geschmeckt haben. Zwischendurch sind dann immer kleine Gruppen von Studenten aufgestanden, sind zu ihrem Professor hinübergedackelt, und haben mit ihm ein Glas Bier auf Ex getrunken. Dann sind sie zurück an ihren eigenen Tisch. Kein Wunder, dass in relativ kurzer Zeit die meisten Leute ziemlich angetrunken waren ;-) Ich wurde zu Anfang noch in Ruhe gelassen, doch je mehr Bier sie getrunken hatten, desto mehr wurden sie der Meinung, dass ich als Deutsche auch mehr Bier trinken muss - dazu muss ich sagen, dass das chinesische Bier wirklich sehr süffig schmeckt und sich um einiges besser "runterkippen" lässt als das deutsche Bier. Und dabei haben wir sogar das einzige chinesische Bier getrunken, das (mehr oder weniger) nach deutschen Maßstäben gebraut wird, namens Tsingtao Bier. Zur Erklärung: Dieses Bier kommt aus der Stadts Qingdao, welche früher ein wichtiger deutscher Kolonial-Stützpunkt war. Die vielen Deutschen dort wollten natürlich nicht auf ihr Bier verzichten und gründeten so eine Brauerei die "deutsches" Bier herstellte und welche noch heute existiert. So, genug kluggeschissen.
Auf jeden Fall wollten diese Studenten dann auf einmal alle Deutsch lernen und alle furchtbar viel mit mir reden, was sie davor an der Uni irgendwie nie tun wollten - was Alkohol alles anstellen kann ;-) ICh wurde also irgendwie zur lokalen Attraktion, und sie nahmen mich nach dem Mittagessen noch mit zum KTV.
KTV ist eine tolle Sache. Man bucht einen Raum, in dem meistens ein großes fettes Sofa steht und ein großer Fernseher oder sogar eine Leinwand. Und dann wird Karaoke gesungen. Das läuft im Prinzip ähnlich ab wie bei uns in Deutschland, doch es gibt schon einige Besonderheiten: Während es uns nämlich normalerweise völlig egal ist ob wir gut oder schlecht sind und welche Lieder wir singen, spielt es dort eine essentielle Rolle: Die Leute üben regelrecht vorher zuhause ein paar bestimmte Lieder so lange, bis sie sie perfekt singen können - selbst wenn sie eigentlich eine grauenhafte Stimme haben. Diese Lieder werden dann vor den Freunden präsentiert, und wehe man versingt sich nur einmal, dann ist alles im Eimer. Nach dieser "Angeberunde" wird es dann eher so wie bei uns. Man singt irgendwelche Lieder und die dann auch wirklich schlecht. Auch um einiges schlechter als bei uns, denn dieses KTV ist um einges schwieriger als Singstar: Man hat nicht diese hübschen Balken, die einem anzeigen ob man zu hoch oder zu tief singt, und die Gesangsstimme wurde rausgeschnitten. Mann muss also hundertprozentig die Melodie selbst kennen, wenn es gut klingen soll - man kann sich an rein gar nichts orientieren. Einsätze werden zwar vorgegeben, aber auch nicht so eindeutig wie bei uns. Es ist daher also kein Wunder, dass es irgendwie scheiße klingt. Und dazu wird man noch mit seiner eigenen Stimme beschallt, man hört also zum ersten Mal mehr oder weniger wie man selbst für die anderen klingt, und man hört jeden kleinen Versinger tausendfach verstärkt. Im Prinzip kann man sich nur blamieren ;-)
Während alle anderen ihre chinesischen Songs sangen, wurde ich quasi dazu genötigt, englische Lieder zu singen, und jedes Mal wenn ich sang, wurden alle ganz still und hörten mir andächtig zu. Nicht etwas weil es gut klang (es klang so ziemlich alles nach Katzenmusik) sondern eher wegen dem "Wow, sie singt auf Englisch!"-Effekt, oder ich weiß es auch nicht so genau :D Es war ohne Zweifel sehr amüsant. Zum ersten Mal hatte ich die Gelegenheit, meine Kollegen etwas besser kennenzulernen, und sie entpuppten sich als unglaublich nett. Seitdem finde ich es zum ersten Mal schade, dass mein Praktikum schon in zwei Wochen beendet ist. Aber dafür sehe ich euch dann ja bald alle wieder! :-)
Liebe Grüße aus dem 28°C warmen Shanghai,
Luxemburgerli

Mittwoch, 25. September 2013

Endlich wieder schreiben

Jaa, ich kann wieder einen Beitrag schreiben! :-) Heute erzähle ich euch aus der wilden Welt meines Praktikums, welches tatsächlich nur noch drei Wochen dauern wird. Und wenn mich dann jemand fragt, was ich eigentlich gemacht habe, dann kann ich voller Überzeugung sagen: Keine Ahnung!
Denn ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das hier für ein unorganisierter Haufen ist. Als ich in der Uni ankam, wusste erstmal so gut wie niemand, dass sie eine Praktikantin bekommen würden - die meisten wussten nicht einmal, dass ihr Institut überhaupt Praktikanten einstellt. So weit, so gut. Das nächste, was ich feststellen durfte: Das Projekt, für das ich eingesetzt werden sollte, ist eigentlich schon seit gut einem Jahr beendet, und im Oktober letzten Jahres wurde das Paper dazu veröffentlicht. Wer will, kann es sich angucken:
http://webplus.ecnu.edu.cn/picture/article/176/02/09/6e4ff006459fa59985caead94123/618a55f7-ee87-41ed-92d8-851c903b2c28.pdf
Als ich daraufhin den Professor, der für mich zuständig ist, fragte, was ich denn machen könnte, war die Antwort ungefähr so: "Gute Frage. Fragen Sie mal meine Kollegin. Aber gucken Sie sich unbedingt den Zoo in Shanghai an!"
Dann nahm er einen Stadtplan von Shanghai, umkringelte Sehenswürdigkeiten in verschiedenen Farben und fragte mich zum Schluss, ob ich noch was wissen wolle. Ich fragte, wie oft und wie lange ich denn an die Uni kommen solle. "Gute Frage. Das ist Ihnen überlassen!"
Und das Schicksal nahm seinen Lauf. Da besagte Kollegin noch zwei Wochen Urlaub hatte, durfte ich erstmal Paper lesen, dann war sie da, las aber meine Mails nicht, dann (nach 3 Wochen) hab ich sie endlich getroffen. Aus Ahnungslosigkeit gab sie mir die Aufgabe, das Programm, das zur Zeit mit Chinesischen Texten arbeitet, für Deutsche Texte zu adaptieren. Sie beauftragte irgendeinen Studenten mir den Source Code zu geben und mir Fragen zu beantworten. Dieser las seine Mails genau so schnell wie sie, und irgendwann hatte ich dann den Code. Auf meine Frage, ob das alles auf Mac läuft, war seine Antwort: "Das ist Java, das läuft überall!" (Da hat er ja auch Recht). Dummerweise arbeitet das Programm mit .dll-Dateien - hab ich vorher noch nie gehört, sind aber wohl so was wie ausführbare Library-Dateien unter Windows. Seine Reaktion: "Ja stimmt, das geht auf Mac nicht. Dann brauchst du doch Windows." -.-
Drei Tage später hatte ich endlich einen alten Laptop mit Katzenstickern bekommen, auf dem Windows 7 Home Basic auf Chinesisch läuft. Die Sprachumstellung dauerte noch einmal geschätzte 3 Stunden, MySQL installieren ebenfalls. Summa summarum bin ich seit ca. einer Woche dazu in der Lage, irgendetwas Produktives zu tun. Die sind hier echt unglaublich schnell. Soll heißen: Das, was ich hätte in 2 Monaten machen sollen, kann ich nun in nicht mal 4 Wochen tun. Wie ich das mit auf Chinesisch kommentiertem Code anstellen soll? Gute Frage ;-)

Abgesehen von meinem Praktikums-Desaster hatte ich aber ein fröhliches Wochenende hinter mir: Wie ein paar Leute vielleicht wissen, halten sich Jonas und Mareike ja auch gerade in China auf, und wie China ja so ein kleines Land ist, dachte ich mir, dass ich sie mal eben besuche. Da mich an der Uni niemand vermisst, hab ich mir ein langes Wochenende genommen, und bin ab nach Peking gedüst - ca. 1.400 km, das ist beinahe die Strecke von Heidelberg nach Stockholm - was glücklicherweise sehr schnell geht: Mit dem Hochgeschwindigkeitszug knapp 5 Stunden. Jep, der fährt mit 300 km/h durch die Gegend ;-)
Mit angenehmer Gesellschaft durch Jonas, Mareike, und deren Freunden Kevin und Laura, hatte ich die Gelegenheit mir noch einmal Peking in Ruhe und bei etwas angenehmeren Temeperaturen anschauen zu können: Besonders schön war der Art District, ein ziemlich großes Areal voller Galerien, Museen und kleinen Boutiquen, die vorwiegend Souvenirs und Kunst verkaufen. Neben unglaublich leckerer Schokolade gab es dort wunderschöne Fächer zu kaufen und die Werke von einem Künstler zu bestaunen, der mit schmelzendem Kupfer arbeitet (siehe Dropbox, ich habe tatsächlich neue Fotos hochgeladen!!).
Weiterhin haben wir Peking-Ente gegessen (so unglaublich lecker!!), uns massieren lassen (so unglaublich entspannend), und auf der Rückfahrt ist mir mein Kung Pao Hühnchen im Rucksack ausgelaufen (so unglaublich wiederlich). Alles im Allem war es ein tolles Wochenende!

Heute gabs dann auch was Tolles: Der Fake-Markt in Shanghai. Es gibt natürlich mehr als nur einen, aber dieser ist besonders groß und populär. Ich war dort mit Anna, einer Heidelberger Studentin aus meinem Chinesischkurs, die ein Auslandssemester in Shanghai macht, und es war wirklich unterhaltsam. Man wird von allen Seiten bequatscht, und zwar wirklich auf die hartnäckige Weise, und wenn es dir bei dem einen Laden zu teuer ist, dann gehst du zum nächsten - denn die Läden verkaufen sowieso alle das Gleiche. Handeln ist hier aber Pflicht, denn die Verkäufer nenen einen Preis, der im Durchschnitt drei- bis viermal so hoch wie der eigentliche Wert ist. Trotzdem bekommt man am Ende "echte" Ugg-Boots für 15 Euro und Longchamp-Taschen für 10. Also erstmal ordentlich Geld aus dem Fenster geschmissen :D

Theoretisch könnte ich noch unendlich viel schreiben, belasse es aber fürs erste dabei. Das nächste Update kommt schneller, versprochen!!

Dienstag, 3. September 2013

Die Tücken des Alltags

Gestern Abend bin ich nach Hause gekommen und wollte unsere Küchentür öffnen. Die Betonung liegt auf "wollte", denn es ist mir nicht gelungen. Die Türklinke ist nämlich kaputt, und da die Tür unerwarteterweise ins Schloss gefallen war, standen wir vor einem Problem (oder eher vor einer nicht zu öffnenden Tür), welches sich nur mit Gewalt und ein wenig Geschick nach einer guten Stunde Rumprobieren beheben ließ. Denn ich muss es leider sagen: Meine Wohnung ist eine kleine Bruchbude. Vielleicht ist das nur aus meinen verwöhnten deutschen Augen so, und das ist in China ganz normal, oder aber meine Mitbewohner sind einfach putz-, einkauf- und reparierfaul. Mal abgesehen davon, dass wir nämlich seit einer Woche kein Licht mehr im Bad haben (ich würd ja ne neue Birne kaufen wenn ich wüsste wo), gibt es einfach zu viele Dinge, die ich immer für selbstverständlich gehalten habe, die in einem chinesischen Haushalt jedoch offenbar alles andere als üblich sind.
Ich fange mal mit unserer Waschmaschine an. In Deutschland läuft das ja ungefähr so ab: Wäsche rein - Waschpulver rein - Waschgang einstellen - anmachen. So. In China ist das anders, ganz anders. Hier läuft das so ab: Man tut zuerst seine Wäsche in den Toploader. Soweit, sogut. Jetzt macht man das Ablaufventil zu, nimmt einen Wasserschlauch und befüllt die Waschmaschine per Hand (!) mit Wasser. Zum Schluss noch etwas Waschpulver, und dann wird die Maschine angemacht - Waschgänge gibts sowieso nicht. Die Maschine wäscht dann 15 Minuten lang die Wäsche, dann ist sie fertig. Jetzt geht man wieder hin, macht das Ablaufventil auf und lässt das Wasser ablaufen. Was man nun hat: Tropfnasse Wäsche voller Waschpulver. Super. Also Ventil wieder zu, nochmal mit Wasser befüllen, aber diesmal ohne Pulver. Nochmal 15 Minuten lang waschen lassen, Wasser wieder ablaufen lassen. Jetzt nimmt man die klitschnasse Wäsche heraus und packt sie in das Fach daneben: Den Schleudergang. Der ist extra und sieht aus wie ne große Salatschleuder. Das Teil anmachen, und nach 10 Minuten hat man übelst zerknitterte, nicht mehr ganz so tropfnasse Wäsche, die man dann schlussendlich zum Trocknen aufhängen darf. Geschafft!!
Gut, ich muss zugeben, dass das definitiv eine der exotischsten und gewöhnungsbedürftigsten Erlebnisse bei mir zuhause ist. Zum Glück ;-) Auch abenteuerlich ist aber zum Beispiel, dass meine Mitbewohner grundsätzlich nichts für den Haushalt tun - dafür gibts ja eine Putzfrau. Diese Putzfrau soll angeblich zweimal die Woche kommen, kommt aber irgendwie wann sie lustig ist, und macht auch nicht das, was sie machen sol. Sie soll z.B. Klopapier kaufen, hat sie aber nicht gemacht. Sie soll angeblich den Boden putzen, aber wenn ich das richtig verstanden habe, machen die Chinesen das ungefähr einmal alle 3 Monate (ähem). Und sie soll unser benutztes Geschirr spülen. Um das mal klarzumachen: Meine Mitbewohner esssen selten zuhause, aber wenn, dann lassen sie danach wirklich alles (!) stehen und liegen und räumen nichts weg. Und da wir auch nicht besonders viel Besteck haben, benutzen sie dann gerne bereits gebrauchtes und nicht abgespültes Besteck nach 2 Tagen noch einmal - ich weiß wirklich nicht wie man das machen kann. Aber ist ja deren Angelegenheit. Ich hab jetzt auf jeden Fall erstmal Toilettenpapier gekauft und spüle meine Müslischüssel selbst :D
Ja, Müsli, das ist ein Luxus, den ich mir hier trotz verhältnismäßig überteuerter Preise totzdem leiste. Denn wer mich kennt, der weiß dass ich ein gutes Frühstück liebe, und die Chinesen haben's nicht so mit Frühstück: Die holen sich auf dem Weg zur Arbeit höchsten ein "Baozi" (ein Dampfbrot gefüllt mit Schweinefleisch. Schmeckt lecker, aber nicht zum Frühstück!). Da laufe ich doch lieber zum internationalen Supermarkt und hole mir importierte Cornflakes. Auf dem Weg dahin werde ich angestarrt wie ein Alien (unter all den Chinesen bin ich die einzige Europäerin, und dazu noch mit roten Haaren), und auf dem Rückweg werden die Cornflakes angestarrt wie ein Alien (was ist jetzt besser?).
Auch an das Einkaufen muss man sich erstmal gewöhnen: Es gibt einige Dinge, die echt verwunderlich sind. So gibt es z.B. in den größeren Supermärkten große Fleisch- und Fischtheken, wo Fische und Meerestiere lebend verkauft werden. Man kann zu einem Aquarium gehen und dem Verkäufer sagen, welchen Fisch man gerne hätte, und der holt den Fisch einfach raus und schneidet ihm einmal in Kiemen und Kehle. Kopf noch dran, aber wenigstens tot. Daneben bekommt man ganze Gänse zu kaufen, zwar tot und gerupft, aber Kopf und Füße sind trotzdem noch dran. Diese Teile gelten beim Essen offenbar als Spezialität und sind besonders teuer! Deshalb kann man auch, so wie bei uns Hähnchenfilet in Styroporschalen abgepackt ist, hier genau so abgepackte Entenfüße oder Schweineohren oder wasweißichdenn kaufen. Und Filet gibts übrigens kaum. An allem ist noch der Knochen dran, der auch mitgekocht wird und, in kleine Stücke geschnitten, mit auf dem Teller landet. Man nimmt dann das ganze Stück in den Mund, isst das Fleisch und spuckt den Knochen wieder aus. Das Fett wird meistens auch nicht abgeschnitten, sondern landet auch mit im Topf und wird auch mitgegessen. Da fragt man sich warum Chinesen so dünn sind... Denn es ist nicht so, als würden die Chinesen wenig essen: Wenn man abends gemeinsam essen geht, bestellt man sich nicht so wie in Deutschland jeder sein eigenes Gericht, sodern es werden viele Menüs für alle bestellt, und jeder nimmt sich von allem etwas. Das legt man sich dann nicht auf den Teller (der Teller ist für Abfall, wie z.B. Knochen gedacht), sondern nimmt sich einfach ein Stück mit den Stäbchen vom Gericht und isst es gleich. Nur so etwas wie Reis oder Suppe wird in die Schüssel getan. So gibt es auch fast immer mehr Menüs als Leute die essen. Und es bleibt immer jede Menge übrig.
Aber zurück zum Einkaufen: Was ich bis jetzt vergeblich gesucht habe, sind Dinge wie Mehl oder Zucker. Auch Eier habe ich noch nicht gesehen, obwohl die hier sehr beliebt sind. Stattdessen findet man sehr viele chinesische Spirituosen, irgendwelche lustig abgepackten Fertiggerichte, und jede Menge Gewürze. Außerdem gibt es das meiste in Vorratsgröße: Sojasauce gibts minimal im 1 Liter-Behälter, und Sonnenblumenöl eher im 5 Liter-Fass. Da fühlt man sich wie in Amerika ;-)
Käse gibts übrigens auch: Importiert, für umgerechnet 6 Euro. Genauso wie Nutella und Vollkornbrot (das gibts aber nur gekühlt, warum auch immer). Ich weiß also schon ganz genau was ich als erstes Esse wenn ich wieder in Deutschland bin: Ein Vollkornbrötchen mit Camenbert. Hach, allein wenn ich nur darüber schreibe, vermisse ich es schon wieder unglaublich! Oder Räucherlachs... Oder Schokolade... Hmm...

Donnerstag, 22. August 2013

Die erste Woche

Da ich seit fast einer Woche mittlerweile in meiner Wohnung in Shanghai bin, dachte ich mir, es sei mal wieder Zeit fpr ein Update. Und da ich eigentlich gar nicht so genau weiß, wo ich da anfangen soll, gehe ich einfach mal chronologisch durch:

Samstag:
Professionelles Prokastinieren in Form von unmotiviert im Bett rumlungern. Es war zu heiß um alleine rauszugehen, und es war niemand da der mich hätte motivieren können. Außerdem hatte ich Stress mit meiner Registrierung: Wenn ein Ausländer nach China kommt, muss er sich bei der Polizei registrieren. Ich wusste leider nicht ob das Hotel das für mich gemacht hatte oder nicht - und der Typ am Telefon war das Gegenteil von hilfreich. Und da Wochenende war konnte ich auch niemanden erreichen der mir mehr Auskunft gegeben hätte.

Sonntag:
Erstes Treffen mit dem Leiter meines Praktikums, Professor Gu. Der Typ ist echt super nett und hilfsbereit! Er spricht sogar ziemlich gutes Deutsch, was ich gar nicht wusste. Ihm liegt viel mehr daran, mir Shanghai zu zeigen als an meinem Praktikum. Er hat mir auf einer Stadtkarte tausend schöne Punkte und Sehenswürdigkeiten eingezeichnet und sagte wörtlich: "Sie müssen nicht in die Uni kommen wenn Sie sich lieber Shanghai angucken wollen!" Krasser Typ :D
Die Studentin, die mir die Uni gezeigt hat, ist auch echt nett. Sie heißt Yizheng (oder so ähnlich) und ist eine der wenigen Leute im Büro, die gutes Englisch spricht - ehrlich gesagt ist sie bis jetzt die Einzige. Die anderen Studenten sind zwar auch alle echt nett, aber ihr Englisch ist eher dürftig (ungefähr so wie mein Chinesisch), und für wirkliche Unterhaltungen reicht es nicht. Also bleibt es bei Anstarren (jeder starrt mich an) und verlegen kichern, wenn ich sie was frage und sie nicht antworten können. Das führt leider dazu, dass ich mich in der Uni etwas einsam fühle, aber dazu später mehr.

Montag:
Ich habe nichts zu tun, außer mich um meine Registrierung zu kümmern. Ich rufe bei meinem Reisebüro an, bei der Deutschen Botschaft, ich fahre zur Polizei und in mein Hotel in Shanghai. Diese Aktionen haben den ganzen Tag erfüllt. Das Ergebnis: Ich bekomme vom Hotel einen lustigen Wisch, der mir bestätigt dass die mich registriert haben. Wäre ich da einfach früher hingegangen und hätte einfach danach gefragt! Das hätte mir eine Menge Arbeit und Panik erspart... Wirklich registriert bin ich aber immer noch nicht, denn ich habe meine Adresse geändert. Um mich in meiner Wohnung zu registrieren, bräuchte ich jedoch einen Mietvertrag - den ich nicht habe und auch nicht bekommen kann - und deshalb kann ich mich hier nicht registrieren. Hab auf Anraten meines Mitbewohners mal bei der Uni gefragt, ob die mich über meine Arbeitsstelle registrieren können, aber da dort noch Ferien sind, bekomme ich die Antwort in frühestens einer Woche. Naja, ich habe einen Wisch mit einem roten Stempel, das reicht mir fürs erste :D

Dienstag:
Mein Mitbewohner muss nicht arbeiten und zeigt mir die Gegend. Er heißt Nick und hat einen etwas dubiosen Job. Als ich ihn gefragt habe, was genau er macht, sagte er: "Ich betrinke mich professionell mit reichen Geldsäcken." Klingt nach einem Traumjob ;-)
Während er mir ein paar Läden zeigt, begrüßt er ungefähr jeden den wir sehen, umarmt die Hälfte und quatscht mit ihnen. Sein Handy klingelt unablässig, und dann verschwindet er für 5 Minuten, um irgendwelche Leute anzurufen und irgendwelche Gefallen einzufordern. Dabei raucht er wie ein Schlot. Interessanter Mensch, aber ich will ihn nicht besser kennenlernen.
Am Abend hab ich dann von Yizheng o.ä. einen Haufen Paper geschickt bekommen, die ich alle lesen soll, um mich einzuarbeiten. Langweilig und kompliziert zugleich, denn von dem Gelesenen verstehe ich ca. die Hälfte und schlafe dabei ein. Naja, Einarbeiten muss sein...

Mittwoch:
Zum ersten Mal komme ich zum "Arbeiten" in die Uni. Die Leute in meinem Büro (hey, ich hab nen eigenen Schreibtisch!) nehmen mich zum Mittagessen mit in die Kantine, faseln auf Chinesisch herum und fangen dann urplötzlich an zu lachen. Keine Ahnung was da abgeht. Auf meine Fragen antworten sie mit 3-Wort-Sätzen und gucken mich entschuldigend an. Dafür, dass die alle seit ihrem 11. Lebensjahr Englisch lernen und mittlerweile um die 30 sind, ist ihr Englisch echt grottig. Aber ich will mich nicht beklagen: Schließlich bin ich hier um Chinesisch zu lernen und nicht um ihnen Englisch beizubringen ;-) Es macht nur einfach die Konversation schwer und ich kann die Leute nicht wirklich kennenlernen. Schade. Vielleicht ändert sich das ja, wenn das Semester beginnt - dann kommen ein paar mehr Leute.

Donnerstag:
Ist heute. :D Ich wollte eigentlich in die Uni, aber Paper lesen kann ich auch zuhause. Und da es wirklich niemanden interessiert, ob ich in die Uni komme oder nicht, bin ich einfach daheim geblieben, war in Ruhe einkaufen und hab noch ein paar unverständliche Sachen gelesen ;-) Außerdem ist meine externe Festplatte voller Filme die ich noch nie gesehen habe^^

Freitag:
Ist morgen. Morgen werde ich wirklich in die Uni gehen, habs mir fest vorgenommen! Am Wochenende will ich dann endlich mal was Touristisches machen - vielleicht gehe ich in den Zirkus oder gucke mir den Buddha-Tempel an. Hier direkt bei mir um die Ecke gibts außerdem nen Freizeitpark, aber da warte ich lieber bis ich jemanden finde, den ich da hinschlepppen kann. Über die Achterbahn in dem Park habe ich mal ne Doku auf NTV gesehen, und das Teil ist echt krass. Also werde sie auf keinen Fall ausprobieren ;-)

Insgesamt würde ich sagen, die erste Woche war relativ ruhig, aber trotzdem fühle ich mich noch nicht so richtig wohl. Ich hätte hier einfach gern jemanden, mit dem ich reden kann, aber meine Mitbewohner arbeiten den ganzen Tag und die Leute in der Uni... Naja, hab ich ja schon beschrieben. Trotzdem lerne ich mit jedem Tag das Leben und die Kultur hier ein bisschen besser kennen, und das ist schon wirklich interessant. Über die alltäglichen Tücken, denen ich hier so begegne (z.B. Wäsche waschen oder Einkaufen) berichte ich das nächste Mal. Denn dann wirds echt lustig!
Liebe Grüße,
Luxemburgerli

Freitag, 16. August 2013

Der Höhepunkt der Reise

Puhh, das wars: Die Reise ist vorbei und ich sitze auf "meinem" Bett in "meiner" Wohnung in Shanghai. Vor ein paar Stunden bin ich mit dem Nachtzug aus Peking angekommen, und mit 5 Chinesen 12 Stunden in einem Abteil herumzulungern ist irgendwie nicht so cool. Aber ich habe alles gerade so überlebt, und ich muss sagen die Reise hat sich gelohnt. Das Highlight kam natürlich ganz zum Schluss: Die große Mauer. Aber dazu später mehr.
Als wir nach Peking gekommen sind, hatte ich den Eindruck, dass sich irgendwie alles wiederholt: Unglaublich groß, voll, laut und so weiter und so fort. Auch der Platz des Himmlischen Friedens haute mich nicht so richtig aus den Socken. Bitte nicht falsch verstehen, der Platz ist echt riesig und es ist ein ziemlich cooles Gefühl darauf zu stehen - doch cooler wäre es ohne die 35 Grad und die 10000 Menschen um mich herum gewesen. Durch die Hitze konnte ich das Ganze nicht so richtig genießen, und die vielen Leute haben einfach genervt. :D
Bei der verbotenen Stadt war es ähnlich: Vor lauter Touristen (also solche wie mich) konnte man die Gebäude kaum sehen, und ich hatte einfach keine Lust mich auch nur einen Meter von der Stelle zu bewegen. Und das wird dann schon problematisch, denn die Anlage ist nicht unbedingt klein. Vom Anfang bis zum Ende sind wir einen guten halben Tag durch die Gegend gestiefelt, und unsere Gruppenleiterin gönnte uns nicht gerade viele Pausen. Fazit: Ich guck mir das im Winter nochmal an ;-)
Doch jetzt nochmal zum Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes): Die große Mauer. Das war unser allerletzer Stopp, bevor meine Gruppe wieder den Rückweg nach Deutschland angetreten ist und ich meine Reise nach Shanghai. Man muss sagen, es war ein sehr gelungener Schluss. Weil es (leider) sehr neblig und diesig war, konnte man nicht besonders weit sehen, doch das hatte auch sein Gutes: Es waren verdammt wenig Leute unterwegs. Zum ersten Mal musste ich mich nicht durch Menschenmassen schieben, sondern konnte entspannt herumschlendern (in der Realität war es eine schweißtreibende Bergsteigertour) und die "Aussicht" genießen. Um euch mal ein Bild zu verschaffen: Wenn man aus der großen Mauer eine Achterbahn machen würde, hätte sie zwar keine Loopings, aber drauf trauen würde ich mich trotzdem nicht. Man kann das Laufen auf der Mauer ohne zu übertreiben mit Bergsteigen, stellenweise sogar Klettern vergleichen: Sie ist an einigen Stellen so steil, dass man sich festhalten muss, um nicht wegzurutschen. Ich habe versucht, das auf Fotos festzuhalten, doch das geht nicht so richtig.
Als wir dann endlich an einem besonders hohen Punkt angekommen waren und erstmal eine Pause machen mussten, haben wir noch etwas sehr Schönes und wirklich Romantisches miterleben dürfen: Ein junger Mann aus unserer Gruppe machte seiner Freundin einen Heiratsantrag. Dazu ein bisschen Hintergrundgeschichte: Die gesamte Familie besagter Freundin stand schon mal auf der großen Mauer, und jeder hatte ein Bild von sich über dem Kamin, wie er oder sie mit seiner/ihrer Partnerin auf der großen Mauer steht. Deshalb war es für sie etwas ganz Besonderes, jetzt auch auf die Mauer zu kommen und endlich ein Bild von sich mit ihrem Freund auf der großen Mauer zu haben. Jetzt hat sie ein Bild von sich und ihrem Verlobten auf der Großen Mauer. Es war wirklich ziemlich ergreifend, und sogar die Männer haben ihre Tränen unterdrücken müssen - von uns Frauen will ich gar nicht erst anfangen. ;-)
Soo, Freunde der Nacht, jetzt müsst ihr euch so lange gedulden bis ich wieder was Interessantes zu berichten habe - vermutlich bis Montag, denn da treffe ich mich mit meinem Supervisor und erfahre dann erstmal, was ich eigentlich die nächsten zwei Monate zu tun habe. Bis dahin ruhe ich mich erstmal ein bisschen aus und versuche aus dem Metrosystem schlau zu werden. Und ich warte auf den Anruf aus dem Reisebüro, um eine Hotelrechnung zu bekommen -.- Wer weiß ob ich die jemals bekomme!

Liebe Grüße aus dem zum Glück klimatisierten Zimmer,
Luxemburgerli

Luxemburgerli

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