Montag, 12. August 2013

Einmal durch die größte Stadt der Welt

Gestern kamen wir mit dem Schiff an unserem Ziel an: Der größten Stadt der Welt (naja, das kommt darauf an wie man es definiert). Sie heißt: Chongqing.
Noch nie gehört? Ging mir genauso. Diese Stadt hat - im Rahmen ihrer ziemlich weit gesteckten administrativen Grenzen - die meisten Einwohner der Welt, und zwar 28 Millionen Einwohner auf einer Fläche so groß wie ganz Österreich. In der Dropbox seht ihr Bilder: Die Hochhäuser wollen irgendwie kein Ende nehmen.
Die Stadt ist optisch nicht ganz so ansprechend, weshalb wir auch am gleichen Tag mit dem Flugzeug weiter nach Xi'An geflogen sind, aber vorher haben wir uns noch das Eine oder Andere angesehen: Das Interessanteste war ein Park, der mitten in der Stadt war und dafür erstaunlich groß und hübsch. Dort drin sahen wir unter anderem einen Rentner-Tanzclub und einige ziemlich coole Straßenkünstler, dutzende Mahjong-Spieler und ein echt tolles Teehaus. Dort haben wir uns reingesetzt und uns wurde was von verschiedenen Teesorten erzählt, wann man wie welchen trinkt, und daneben stand eine ca. 100 Jahre alte Frau, die eifrig mit haufenweise kleinen Kännchen Tee aufgoss, dann umgoss, dann den zweiten Aufguss zu fünf achteln mit dem vierten Aufguss mischte - was weiß ich. Sah ziemlich kompliziert aus, hat aber am Ende echt lecker geschmeckt: Auf einmal hat der Grüntee nichtmal ansatzweise bitter geschmeckt, und zum ersten Mal habe ich Schwarztee (auf Chinesisch übrigens Rottee) wirklich gemocht. Mal sehen ob ich das zuhause auch hinbekomme...
Von Chonqing ging es dann zügig weiter nach Xi'An, wo wir heute volles Programm hatten. Erstmal das Wichtigste: Die Terrakotta-Armee. Wehe, ihr kennt die nicht! Fotos sind in der Dropbox, aber Google hat auch ein paar glaub ich ;-)
Diese Figuren sind einfach der Hammer: Über 7000 Tonsoldaten in drei riesigen Grabhallen, jeder unterschiedlich groß, und jeder hat ein anderes Gesicht. Es sind nicht einfach Figuren, die dort stehen, sondern quasi zu Ton gewordene Menschen. Angeblich haben über 700.000 Arbeiter fast 30 Jahre lang daran gearbeitet, das Mausuleum für einen einzigen Kaiser zu errichten. Und das im Jahre 221 vor Christus. Jonas hatte mal zu mir gesagt, dass er die Armee etwas langweilig fand, ich fand es aber unglaublich interessant. Man muss sich mal vorstellen wieviel Aufwand das war! Aber ich schweife mal wieder ab (Aber wenn ihr was Unterhaltsames sehen wollt, googelt mal "terracotta army german student").
Also zurück zu unserem Programm: Nach der Grabbesichtigung ging es weiter mit dem Bus, und dann kam etwas Gebwöhnungsbedürfitges: Wenn ihr euch die Dropbox-Fotos anseht, findet ihr dort auch einige interessante Bilder von möglicherweise schwer zu identifizierenden Objekten. Diese sind richtiger Reihenfolge: getrocknete Tausendfüßler, Schildkrötenpanzer, getrocknete Eidechsen, Seepferdchen, Skorpione (ich glaub ich hab was vergessen). All das benutzen nämlich Chinesen als Medizin für alles Mögliche: fein geriebene Schwalbennester sollen zum Beispiel die Haut pflegen und den Kreislauf unterstützen. Wie man darauf kommt, ist mir schleierhaft, aber auf dem Heilkräutermarkt, auf dem wir waren, gab es auch Schwalbennester zu kaufen. Ein guter Einblick in die chinesische Kultur ;-)
Apropos chinesische Kultur: Dieses Glas mit den eingelegten Schlangen ist kein Glas mit eingelegten Schlagen, sondern mit Schlangenschnaps. Dieser Schnaps beinhaltet 3 hochgiftige Schlangen und reift seit über 2 Jahren vor sich hin. Schmeckt nicht nach Schlange, aber hat es trotzdem in sich - chinesischer Schnaps eben. Da gibt es die abenteuerlichesten Sachen, aber Hauptsache hochprozentig.
Nach dem Heilkräutermarkt gabs noch ein paar Pagoden und Tempel zu sehen (siehe Dropbox), und jetzt bin ich echt froh dass ich im Hotelzimmer meine Füße entspannen kann. Morgen wirds dann nämlich sportlich: Wir fahren Fahrrad auf der Stadtmauer. Klingt komisch, ist aber so. Wird sicher lustig :D
Und danach geht's dann per Nachtzug weiter nach Peking, wo ich hoffentlich auch Internet im Hotel haben werde! Dann kann ich fröhlich weiter berichten.

Liebe Grüße aus dem mal wieder echt tollen Hotelzimmer,
Luxemburgerli

Donnerstag, 8. August 2013

Aus dem Tal der Hitze

Stellt euch vor, ihr habt 41 Grad Celsius. Jetzt stellt euch vor, ihr befindet euch an einem Ort mit ca. 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Und nun stellt euch vor, ihr seid nicht allein an diesem Ort, sondern noch mit 300 anderen Touristen.
Dann wisst ihr, wo ich bin. ;-)
Um es zusammenzufassen: Die letzten Tage waren heiß, sehr heiß. Mit unserem Touri-Bus düsten wir von einer Sehenswürdigkeit zur Nächsten, und jedes Mal wenn wir aus dem angenehm heruntergekülten Bus ausstiegen, liefen wir gegen eine Hitzewand, die man förmlich sehen konnte. Der Schweiß floss in Strömen, und es gab nichts was wir hätten tun können, außer sich einen Fächer zu kaufen und den Bus herbeizusehen. Die meisten Chinesen rennen bei diesen Temperaturen übrigens mit Regen-, ähm Verzeihung, ich meine Sonnenschirm durch die Gegend. Zu Anfang hielt ich das für skurril und übertrieben, doch heute habe ich mich auch der Hitze gebeugt und meinen Rossman-Regenschirm aufgespannt - wie die meisten Touristen um mich herum auch.
Heute war ein interessanter Tag: In unseren Gruppenreiseplan ist eine dreitägige Schiffsfahrt auf dem Yangtze eingeplant, und heute verbrachten wir den ersten Tag auf der "*****Victoria Jenna". Wer jetzt denkt "wow, 5 Sterne!", der denkt was wir alle dachten, und wir wurden alle herbe enttäuscht. In Europa würde das Schiff vermutlich 3 Sterne bekommen, denn kein Fünf-Sterne-Schiff hat einen super dreckigen Kabinenboden und Möbel die aussehen, als hätte die Katze meines Onkels (ich nenne sie liebevoll "Miststück aus der Hölle") ihre Krallen daran geschärft. Naja. Ich schweife ab.
Das Schiff fährt den Yangtze hinauf und hält dabei mehrmals pro Tag, um Touristengruppen zu lokalen Sehenswürdigkeiten gelangen zu lassen. Diese Sehenswürdigkeiten waren heute unter anderem eine ziemlich coole Häuseransammlung, die den Touristen ein idyllisches kleines Dorf einer chinesischen Minderheit mit Lebensgewohnheiten von vor 500 Jahren vorgaukeln soll. Das muss man sich so vorstellen: Man kommt mit diesem Schiff dort an, und das erste was man sieht, sind Fressstände. Naja, das ist hier irgendwie normal. Als nächstes hört man irgendwelche Ureinwohnergesänge aus einem Lautsprecher schallen, die irgendwie eher nach Afrika passen, und dann sieht man einen kleinen Flusslauf, wo mittendrin ein Boot schwimmt. Auf diesem Bot sitzt eine Frau, die einfach super klischeehaft ein rotes chinesisches Kleid trägt und einen von diesen Papierschirmchen. Damit macht sie dann lustige Gesten und wird dazu von einem Flötenspieler begleitet - und das alles nur, um den Touristen ein gutes Bild zum Knipsen zu geben.
Während man dann den Flusslauf in sengender Hitze und bei unmenschlicher Luftfeuchtigkeit hochstiefelt, stehen immer mal wieder solche Bildfüller rum, die in irgendwelchen Pavillions chinesische Instrumente spielen oder sich verträumt die Haare kämmen. Und die Touristen, hochrot im Gesicht und mit dem Taschentuch sich den Schweiß wegwischend, wechseln das Objektiv ihrer High-Tech-Kamera und knipsen fröhlich weiter.
Aber auch wenn ich das hier so negativ beschreibe, es war einfach super: Die Landschaft ist atemberaubend schön, dieser kleine Fluss ist einfach zu idyllisch, und die Pavillions - auch wenn jeder weiß dass es nur Touristenfänger sind - passen doch perfekt in die Umgebung. Und auch die Frau mit dem Papierschirmchen macht sich einfach gut auf meinen Fotos. Ja, ich bin Tourist. :D
Die Natur hatte auch einiges zu bieten: In der Dropbox findet ihr irgendwann Bilder von Krebsen, Eidechsen und Affen, doch die wirklich riesigen Schmetterlinge und Libellen wollten sich einfach nicht fotografieren lassen. Die Spinnen wollte ich nicht fotografieren. ;-)
Nach der ersten Exkursion ging die zweite gleich los (naja, zuerst wurde geduscht), und die entpuppte sich für mich als überhitzte Enttäuschung: Der Drei-Schluchten-Staudamm (zur Info: Der "größte" Staudamm der Welt, weder der längste noch der höchste, aber der, in dem am meisten Beton verbaut wurde) ist in meinen Augen einfach nur das - ein Staudamm. Er ist verdammt groß, aber das ist es dann auch. Fand ich wirklich langweilig und den Besuch würde ich nicht weiterempfehlen. Zum Glück ist auch der jetzt vorbei, und nun sitze ich (nachdem ich erneut geduscht habe) in meiner Kabine und werde gleich diesen Beitrag online stellen.
Morgen wird gechillt, und danach... mal sehen :-)
Ihr werdet von mir hören!

Liebe Grüße,
Luxemburgerli

Mittwoch, 7. August 2013

Dropbox-Link

Hallöle,
Um Sabrina zu beruhigen, kommt hier ein Mini-Update: Der Link zu meinen Dropbox-Photos. https://www.dropbox.com/sh/1cj58czw0927hbs/YGIMFD3Ck4
Wenn ihr euch jetzt fragt warum das so wenige sind: Ich stelle nur die "guten" hoch. Von meinem iPhone aus. Denn: ich habe wirklich an alles gedacht - einfach an alles - außer an meine Kamera. Das Aufladekabel ist dabei, doch die Kamera: Fehlanzeige. Ich könnte mich ohrfeigen -.- Deshalb wird jetzt so lange wie ich mir kein billiges Ersatzexemplar gekauft habe, mit dem Handy geschossen. Ist aber auch nicht so schlimm ;-)
Es kommt so bald wie möglich ein großes Update!
Liebe Grüße,
Luxemburgerli

Montag, 5. August 2013

Der erste Tag

Um genau zu sein: Die Überschrift passt nicht. Ich bin eigentlich schon seit eineinhalb Tagen in Shanghai, doch es kommt mir schon vor wie fast eine Woche. Viel erlebt habe ich auf jeden Fall schon: Am Anfang waren es größtenteils Sprachprobleme, seit ich eine deutsche Gruppenleiterin habe, den Rest doch eher auf touristischer Ebene. Ich gehe mal chronologisch durch:
1. Der Flug: war okay - die erste Hälfte war klasse, dann wurde mir übel (was mir im Flugzeug noch nie passiert ist) und es ging bergab. War sehr froh, als ich wieder festen Boden betreten konnte. Zu dem Zeitpunkt war ich darüber noch glücklich, denn es war ja 7 Uhr morgens. Doch die Zeit verstrich und damit...
2. Die Wohnung: ... wurde es wärmer und wärmer. Nach einer kompizierten Taxi-Fahrt (Die können echt kein Wort Englisch) kam ich tatsächlich in der Wohnung an, und es waren sogar meine beiden Mitbewohner zuhause. Nick aus England und Paula aus Frankreich, beide sind echt nett. Doch die geschätzte Temperatur in der Wonhung: 40° Celsius. Klimaanlage gibt's, benutzen sie aber nicht. "You only get a cold!" - tja. In meinem Schlafzimmer, das momentan eher nach zigarettenverqualmtem Chaos als unbenutztem Schlafzimmer aussieht, kann ich das zum Glück selbst einstellen. Die Wohnung ist - gelinde gesagt - eine Enttäuschung, aber ich bin ja nicht nach China gekommen um zuhause rumzugammeln. Ich hab ein Bett und ne Dusche, das ist das Wichtigste ;-)
3. Die Gruppenreise: läuft seit gestern, 14 Uhr. Die Gruppe besteht zum Glück nicht (nur) aus alten Ehepaaren, wie ich befürchtet hatte, sondern es ist sogar eine Schülerin dabei. Unsere Gruppenleiterin spricht fließend Deutsch, was sehr angenehm ist, und tatsächlich bin ich die Einzige in der Gruppe, die ein wenig Chinesisch spricht. Wurde auch schon ausgenutzt: "Sag dem Kellner mal, dass das komisch schmeckt." Ähh, nein, tut mir leid.
4. Shanghai: ist unglaublich. Unglaublich groß, unglaublich voll, unglaublich bunt, und vor allem unglaublich heiß. Im Vergleich dazu waren die heißesten Tage in Heidelberg angenehm kühl. Denn hier fühlen sich 38° nicht an wie 38°, sondern eher wie 45° - bedingt durch schmutzige Luft, die leider auch ziemlich schmutzig riecht, und den vielen Menschen, die einfach überall um einen herumwuseln. Es ist glaube ich unmöglich, ein Foto in Shanghai zu schießen, wo kein Mensch darauf zu sehen ist.
Es gab allerdings schon jede Menge zu fotografieren: Wir waren unter anderem am Bund (die Uferpromenade von Shanghai), in der Nanjing Lu (die größte Einkaufsstraße), auf dem Jin Mao Tower (einer von diesen vielen unglaublich hohen Wolkenkratzern in Pudong), und in einem ziemlich dubiosen, als Seidenspinnerei getarnten Laden, in dem man überteuerte Seidenhemden kaufen konnte :D Überhaupt wird man auf der Straße von allen Seiten angequatscht und genervt, dass es bei ihrem Laden die besten gefälschten Rolex-Uhren gibt. Ein einfaches "Nein, danke" reicht da nicht, um diese Sorte Menschen loszuwerden. Am besten ignorieren und weiterlaufen.
Heute waren wir dann noch in dem Yu-Garten, einem Garten mitten in der "Alt"-Stadt von Shanghai (besonders alt wirkt sie nicht), der ursprünglich mal ein Privatgarten war und dafür verdammt groß ist. Schon nach einem Tag war weniger Getümmel und mehr Grün sehr angenehm. In einer Stunde geht es dann noch in eine Akrobatik-Show, die angeblich die beste Show in ganz China sein soll. Mal sehen wieviel da dran ist. Berichte folgen dann in ein paar Tagen ;-)

Liebe Grüße aus dem luxoriösen Hotelzimmer,
Luxemburgerli

Dienstag, 30. Juli 2013

Die sensationelle Ankündigung!

Hallo ihr lieben wenigen Leute, die ihr das lest,

wie hoffentlich die meisten aus meinem Freundeskreis wissen, werde ich die nächsten zweieinhalb Monate in China verbringen, teilweise zum Urlaub und teilweise für ein Praktikum - das zweite überwiegt leider.
Zu viele Leute haben mir gesagt ich soll sie regelmäßig auf dem Laufenden halten, als dass ich für jeden persönliche Nachrichten verfassen könnte. Also habe ich auf Anraten eines guten Freundes beschlossen, ein Blog zu gründen (es heißt ja offenbar das Blog und nicht der Blog, wie immer alle sagen).
Keine Sorge, ihr bekommt jetzt nicht täglich einen detailtreuen Plan, wann ich Pipi machen war. Ihr werdet auch keine freudschen Traumanalysen zu lesen bekommen. Ich denke mehr als ein- bis zweimal wöchentlich schaffe ich es sowieso nicht, hier was Gescheites hinzuschreiben, dafür bin ich viel zu faul. Aber wenn es was Spannendes zu berichten gibt, mach ich mir schon die Mühe. Wie zum Beispiel gerade eben, als mir meine potenzielle Zwischenmieterin abgesagt hat mit der Begründung, unser E-mail-Kontakt wäre für sie keine eindeutige Bestätigung gewesen, dass sie das Zimmer hat und sich deshalb was anderes organisiert hat. Vielen Dank! Nein, natürlich ist das kein finanzieller Verlust für mich. Idiotin.
Und nein, ich werde auch nicht von jetzt an den Rest meines Lebens sinnlose Blog-Einträge über die Wehwehchen meines Lebens verfassen, ich mache das echt nur für zweieinhalb Monate - und seien wir mal ehrlich, das reicht doch, oder?
Also, fiebert mit mir mit: Am Samstag, dem 3. August 2013 um 14:40 geht mein Flieger nach Shanghai, und von da an werde ich hoffentlich viele spannende Dinge erleben, die ich dann hier in Schriftform loswerde. Ich freu mich schon auf eure Kommentare!

Liebe Grüße,
Luxemburgerli

Luxemburgerli

3 Monate in China

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